Verzeichnis des Immateriellen Kulturerbes in Österreich

Apothekeneigene Hausspezialitäten

Antragsteller: Kurapotheke Bad Ischl, Mag. Manfred Heimo Hrovat
Bundesland: Burgenland, Kärnten, Niederösterreich, Oberösterreich, Salzburg, Steiermark, Tirol, Vorarlberg, Wien

Apothekeneigene Hausspezialitäten, das Wissen um ihre Herstellung und die dazu erforderlichen Gerätschaften zählen seit langem zur gelebten Apothekentradition und stellen ein ursprünglich mündlich überliefertes, später in Rezepturbüchern aufgezeichnetes Fachwissen über Heilmittel und Heilwissen sowie den Umgang mit der Natur dar. Österreichs ApothekerInnen verstehen dieses tradierte Wissen als Bestandteil ihres Kulturerbes.


Bodensee-Radhaube in Laméspitze

Antragsteller: Michael Selb, Trachtengruppe Feldkirch
Bundesland: Vorarlberg

Die Bodensee-Radhaube zeichnet sich vor allem durch das aus Gold- oder Silberfäden auf beiden Seiten gefertigte Ornament aus. Sie wird auf der Vorder- und Rückseite in gleicher Qualität hergestellt und von TrachtenträgerInnen rund um den Bodensee zu besonderen Anlässen, wie zum Beispiel Tanzvorführungen oder Festen sowie zu Repräsentationszwecken, getragen.


Burgenländischer Indigo-Handblaudruck

Antragsteller: Joseph Koó
Bundesland: Burgenland

Unter Indigo-Handblaudruck versteht man das Färben von Stoffen mittels einer speziellen Reservedrucktechnik. Dabei wird in Handarbeit mit Holzmodeln und Papp ein Muster auf den Stoff aufgetragen und mit echtem Indigo gefärbt. Die Stoffdrucktechnik wurde wahrscheinlich durch Zufall entdeckt und lässt sich in zahlreichen Ländern - unter anderem in Ungarn, Tschechien, der Slowakei, aber auch in China, Indien und Ägypten - viele Jahrhunderte zurückverfolgen.


Die Erzeugung der Mollner Maultrommel

Antragsteller: Andreas Rußmann
Bundesland: Oberösterreich

Die Maultrommel ist ein kleines Musikinstrument, bestehend aus einem Metallrahmen und einer Stahlzunge. Zwischen die Zähne gepresst nutzt der angezupfte und schwingende Federstahl den Kopf des Musikers als Resonanzraum. Der Ursprung der Maultrommel wird im Asiatischen Raum vermutet, wobei Funde in Burgruinen und künstlerische Darstellungen in Fresken und Gemälden ihre Verbreitung auch schon im Europa des Mittelalters belegen. Das Bestehen einer Innung der Maultrommelerzeuger ist in Molln seit dem 17. Jahrhundert urkundlich nachweisbar. Von 33 Meistern um 1800 existieren in Molln heute noch drei Familienbetriebe, die Maultrommeln erzeugen und vertreiben. Drei Hauptproduktionsschritte charakterisieren die Herstellung: die Erzeugung bzw. das Biegen des Rahmens, das Stanzen und Einsetzen der Feder in den Rahmen und das Anpassen des Rahmens und Ausformen der Feder. Je nach Qualitätsstandard der Maultrommel werden die Produktionsschritte vollständig in Handarbeit ausgeführt oder maschinell unterstützt hergestellt.


Ferlacher Büchsenmacher

Antragsteller: Kulturring Ferlach, Dipl. Ing. Rainer Adamik
Bundesland: Kärnten

Das Büchsenmacherhandwerk in Ferlach baut seit Generationen auf der Zusammenarbeit von Spezialisten auf. Schäfter gestalten die Holzarbeiten des Gewehrschaftes, Graveure sorgen für die Oberflächengestaltung der Metallteile und Büchsenmacher bringen die verschiedenen Teile in die notwendige Form. Nachdem die staatlichen Aufträge zu Beginn des 19. Jahrhunderts zurückgingen, erfolgte eine Umstellung auf die Produktion von Jagdwaffen.


Herstellung und Verwendung der Linzer Goldhaube

Antragsteller: Martina Pühringer, Oberösterreichische Goldhaubengemeinschaft
Bundesland: Niederösterreich, Oberösterreich, Salzburg

Die Linzer Goldhaube ist eine goldbestickte Haube, die den wertvollsten Teil der oberösterreichischen Festtracht bildet und seit Beginn des 19. Jahrhunderts getragen wird. Für die Herstellung einer Goldhaube braucht es rund 250 bis 300 Arbeitsstunden sowie Fingerfertigkeit und das nötige Wissen um alte Handwerkstechniken, das von Goldhaubengruppen in Zusammenarbeit mit Trachtenschneidereien erhalten und weitergegeben wird. Auf einem ca. 16x116cm langen Goldstoffband werden vergoldete Kupferplättchen, Flitter, Folien, Boillonen und Goldperlen gestickt. Das Muster obliegt der Stickerin selbst, die Form der Haube wird durch ein Drahtgestell vorgegeben und ist in ganz Oberösterreich, dem angrenzenden Niederösterreich, Salzburg und Bayern gleich. Goldhauben werden innerhalb der Familie weitergegeben und gemeinsam mit der Festtagstracht (bestehend aus einem bodenlangen Seidenkleid, Trachtenschmuck, Gebetbuch, Schultertuch, Handstiezeln und Perlbeutel) zu weltlichen und kirchlichen Anlässen, beispielsweise an Trachtensonntagen, Erntedankfest oder Jubelhochzeiten, getragen.


Herstellung von Terrazzo in traditioneller Handwerkstechnik

Antragsteller: Ing. Gabriele Pia Stuhlberger
Bundesland: Burgenland, Kärnten, Niederösterreich, Oberösterreich, Salzburg, Steiermark, Tirol, Vorarlberg, Wien

Terrazzo ist ein langlebiger, beanspruchbarer und pflegeleichter Bodenbelag mit vielfältigen Mustermöglichkeiten. Portionsweise wird mit Schaufeln Mörtel aufgetragen und je nach Terrazzoart händisch Steine mit einem Korndurchmesser von ca. 10 – 22mm dicht eingestreut. Anschließend werden die Terrazzokörner geprackt (= geschlagen), mit der eisernen Terrazzowalze gewalzt und mehrfach händisch geglättet, um eine gleichmäßige Kornverteilung zu garantieren. Nach der Aushärtung erfolgen mehrere Nassschliffe, dazwischen wird Spachtelmasse, die die TerrazzomacherInnen selbst herstellen, aufgetragen. So stellt jeder Terrazzoboden ein handwerkliches Unikat dar. Verwendet werden bevorzugt regionale Rohstoffe und die Fertigung kommt ohne chemische Zusatzstoffe aus.


Hinterglasmalerei in Sandl

Antragsteller: Norbert Pölz, Johann Pum, Elisabeth Traxl, Elsa Stelzmüller
Bundesland: Oberösterreich

Durch die Zuwanderung von nordböhmischen Spezialisten kam die Hinterglasmalerei um 1760 ins Mühlviertel, das gemeinsam mit dem Waldviertel und Südböhmen bis heute für seine Glasveredelung bekannt ist. In der Gemeinde Sandl wurden die Bilder in den umliegenden Glashütten und im Hausgewerbe hergestellt, auf Jahrmärkten und an Wallfahrtsorten feilgeboten und von „Kraxenträgern“ in alle Länder der Donaumonarchie exportiert. Charakteristisch für die Sandl-Bilder sind zum einen die wenigen, jedoch strahlenden Farben sowie die „Sandler Rose“ zur Ausschmückung der Bildecken. Die Verbreitung billiger Kunstdrucke und das Auflassen der Glashütten ließen die Hinterglasmalerei ab 1940 fast in Vergessenheit geraten. Heute gibt es in Sandl einen hauptberuflichen und mehrere nebenberufliche HinterglasmalerInnen, die diese Tradition weiterführen.


Klöppelei in Salzburg

Antragsteller: Christian Vötter - Verein TAURISKA & Monika Thonhauser
Bundesland: Salzburg

Der Ursprung der Herstellung von Spitze reicht bis in die Renaissance zurück. Mit dieser sollten die Kanten textiler Erzeugnisse nicht nur vor dem Ausfransen geschützt, sondern auch kunstvoll verziert werden. Die große Nachfrage ließ die Klöppelei in Salzburg zu einem Wirtschaftszweig von überregionaler Bedeutung heranwachsen und es entwickelte sich eine eigenständige Form der Spitze, das „Salzburger Nahtl“. In seiner Blütezeit zwischen 1600 bis 1800 stellte dieses Handwerk ein wichtiges Einkommen für unzählige Familien dar, geriet allerdings danach nahezu in Vergessenheit. Seit der Wiederentdeckung der Spitze Mitte des 20. Jahrhunderts wird dieses textile Kunsthandwerk in Kursen gelehrt und weitergegeben.


Köhlerei

Antragsteller: Peter Wieser, Vorstandsmitglied im Europäischen Köhlerverein und Sprecher der österreichischen Köhler
Bundesland: Burgenland, Kärnten, Niederösterreich, Oberösterreich, Salzburg, Steiermark, Tirol, Vorarlberg, Wien

Bei der Köhlerei handelt es sich um eine Handwerkstechnik aus dem bäuerlichen Umfeld, die primär der Erzeugung von Holzkohle dient. Mittels trockener Destillation wird Holz unter Luftabschluss erhitzt und über eine Zeitspanne von mehreren Wochen durchgekohlt, wobei es in möglichst reinen Kohlenstoff umgewandelt wird.


Korbmachen - Flechtkunst mit Weiden, Stroh und gespaltenem Holz

Antragsteller: Stainzer Korbflechter und Besenbinder aus dem Blaurackenverei LEiV, Kulturverein Gniebing/Weißenbach, Korbflechter aus Fruttendorf-Gießelsdorf
Bundesland: Steiermark

Die Jahrtausende alte Handwerkstechnik des Korbmachens aus unterschiedlichen natürlichen Materialen war seit jeher ein wichtiger Bestandteil des Alltages. Die Körbe, geflochten und genäht aus Weiden, Stroh und gespaltenem Holz, wurden zum Tragen und Aufbewahren von verschiedensten Dingen verwendet. In vielen Teilen Österreichs war das Flechthandwerk ein wichtiges Hausgewerbe. In der Region der Südoststeiermark haben sich eine umfangreiche Wissensvielfalt und ein Variantenreichtum der Flechtkunst erhalten. Nach dem Sammeln und Trocknen des notwendigen Materials über das Jahr treffen sich im südoststeirischen Vulkanland während der Wintermonate regelmäßig KorbmacherInnen und Interessierte. In gemeinsamen Runden und bei Veranstaltungen werden Handwerkstechniken und Materialkenntnis ausgetauscht, gelehrt und praktiziert.


Lesachtaler Brotherstellung

Antragsteller: Lesachtaler Mühlenverein und Kulturvereine Liesing, Mario Lugger und Hans Guggenberger
Bundesland: Kärnten

Die Tradition der Brotherstellung im Lesachtal, insbesondere in den Gemeinden Maria Luggau und Liesing, umfasst den Getreideanbau und die Gewinnung des Korns in einer Bergbauernregion, das notwendige Wissen zum Bau von Mühlen, spezielle Dialektausdrücke, Rituale (wie zum Beispiel das Zeichnen von drei Kreuzen vor dem Anschneiden des Brotes oder das Stecken eines Palmkreuzchens in den Acker) sowie das jährliche Mühlenfest in Maria Luggau und das Lesachtaler Dorf- und Brotfest.


Mühlviertler Handblaudruck

Antragsteller: Maria und Karl Wagner – Mühlviertler Blaudruck auf Leinen
Bundesland: Oberösterreich

Die äußerst komplexe und zeitaufwendige Technik des Blaudrucks etablierte sich im Mühlviertel im Laufe des 19. Jahrhunderts. Regionale Handwerker, darunter auch der Begründer der heutigen Blaudruckerei Wagner, zogen in die Ferne, um „auf der Walz“ das neue Stoffveredelungsverfahren zu erlernen. Das Wissen um den Mühlviertler Handblaudruck wird bereits in der vierten Generation in der Familie Wagner weitergegeben. Ihre große Sammlung an Handdruckmodeln weist eine Vielzahl an regional inspirierten Mustern auf. Bis heute wird auf Mühlviertler Leinen gedruckt.


Ofen- und Kaminmaurerei im Burgenland

Antragsteller: Dr. Susanna Steiger-Moser i.V. Museum für Baukultur Neutal
Bundesland: Burgenland

Das Handwerk der Ofen- und Kaminmaurer prägt vor allem die burgenländischen Gemeinden Neutal, Ritzing und Sigless. Sowohl die Familien, in denen das Handwerk ausgeübt wird, als auch die gesamten Dörfer haben eine starke Verbindung zum Ofen- und Kaminmauern.


Österreichisches Sensenschmieden

Antragsteller: Sensenverein Österreich - Hansjörg Rinner
Bundesland: Burgenland, Kärnten, Niederösterreich, Oberösterreich, Salzburg, Steiermark, Tirol, Vorarlberg, Wien

Die Sense zählte vor der Mechanisierung der Landwirtschaft weltweit zu den wichtigsten Erntegeräten. Auch nach der Einführung von Mähmaschinen blieb sie es für bäuerliche Kleinbetriebe und somit für die regionale Grundversorgung bis weit ins 20. Jahrhundert hinein. Günstige wirtschafts-geografische Voraussetzungen (Vorkommen von Eisen, Holz und Wasser) führten in österreichischen Regionen schon in vorindustrieller Zeit zu einem Anwachsen der Sensenerzeugung weit über den Inlandsbedarf hinaus und damit einhergehend zu einem über Jahrhunderte erworbenen Fachwissen, welches die „blaue“ Sense zu einem österreichischen Exporterfolg machte. Mit dem Aufkommen mechanisierter Erntetechniken begann die Industrie des Sensenschmiedens in Österreich jedoch zu stagnieren. Von den etwa 215 Sensenschmieden um 1900 bestehen in Österreich heute nur noch zwei Herstellerbetriebe.


Pecherei in Niederösterreich

Antragsteller: Ernst Schagl i.V. Arbeitsgemeinschaft niederösterreichische Pecherstraße
Bundesland: Niederösterreich

Unter der Pecherei versteht man ein seit Jahrhunderten übliches Handwerk, welches der Gewinnung von Harz von Föhrenbäumen dient. Der Stamm des Baumes wird oberflächlich verwundet, um so den Harzfluss künstlich anzuregen. Das gewonnene Harz, auch Pech genannt, wird in Raffinerien und Siedereien zu Terpentinöl und Kolophonium verarbeitet. Diese Zwischenprodukte waren bis in die zweite Hälfte des 20. Jahrhunderts die Grundlage zur industriellen Erzeugung von Papier, Lacken, Farben, Seife und vielen anderen Produkten.


Pechölbrennen im östlichen Mühlviertel

Antragsteller: Dorfgemeinschaft Elz, Obmann Hermann Sandner
Bundesland: Oberösterreich

Im östlichen Mühlviertel wird das so genannte Pechöl (flüssiges Harz) bis heute mit Hilfe von Pechölsteinen gewonnen. Das Alter dieser Steine ist weitgehend unbekannt; sie bestehen meist aus Granit an deren Oberfläche sich eingekerbte Rillen befinden, ähnlich wie Blattrippen. Auf den leicht geneigten Steinen werden kleine Meiler aus harzreichem Kienholz errichtet und mit Erde abgedeckt. Circa zwei Stunden nach dem Entzünden des Meilers beginnt das Pechöl den Blattrippen-Rinnen folgend zu fließen. Diese Form der Harzgewinnung wird noch von einigen Familien ausgeübt, vor allem aus Gründen der Erhaltung des traditionellen Wissens um das Pechöl und dessen Verwendung. War das Pechöl in der Volksmedizin ursprünglich weit verbreitet, so dient es heutzutage ausschließlich für den Hausgebrauch.


Schmieden in Ybbsitz

Antragsteller: Bgm. Josef Hofmarcher i.V. Marktgemeinde Ybbsitz
Bundesland: Niederösterreich

In Ybbsitz blickt das Schmieden auf eine jahrhundertelange Geschichte zurück. Manche Schmiededynastien, die früher in Anspielung auf ihr Handwerk und ihren beachtlichen Wohlstand gerne als „Schwarze Grafen“ bezeichnet wurden, können auf eine über 200 Jahre lange Familientradition zurückblicken. Die Welser Schmiede etwa befindet sich nun bereits in der 15. Generation im Besitz von ein und derselben Familie.


Trattenbacher Taschenfeitel-Erzeugung

Antragsteller: Kulturverein Heimatpflege Ternberg - Trattenbach
Bundesland: Oberösterreich

Beim Trattenbacher Taschenfeitel handelt es sich um ein klappbares Taschenmesser, bestehend aus Klinge und gedrechseltem Holzgriff, das seit fast 600 Jahren im oberösterreichischen Trattenbach manuell gefertigt wird. Viele Menschen tragen den Feitel als ständigen Begleiter mit sich und verwenden ihn vielfältig. So wird er beispielsweise als Jausen- oder Schnitzmesser, zur Schwammerlernte, als Souvenir, Werbeartikel, Schlüsselanhänger oder zum ‚Messerln‘ benutzt, eine Art Geschicklichkeitsspiel, bei dem 2 Spieler gegeneinander antreten und einen halb geöffneten Feitel aus 50cm Höhe auf eine Holzunterlage fallen lassen. Ziel ist es, dass der Feitel im Holz stecken bleibt. Seit 1682 sind die Trattenbacher Messerer als selbstständige Zunft anerkannt. Für die Herstellung des Feitels sind genaue Kenntnisse über Material sowie Erfahrung im Umgang mit Stahl, Holz und Wasserkraft notwendig. Heute gibt es noch zwei Betriebe, die Trattenbacher Taschenfeitel in Handarbeit herstellen. Die Weitergabe des Wissens über die Produktion erfolgt durch betriebsinterne Aufzeichnungen sowie mündlich. Die Nachfolge ist zumindest in einem der beiden Betriebe gesichert.


Vergolden und Staffieren

Antragsteller: Waltraud Luegger
Bundesland: Burgenland, Kärnten, Niederösterreich, Oberösterreich, Salzburg, Steiermark, Tirol, Vorarlberg, Wien

Vergolden und Staffieren wird seit der Antike praktiziert, um Objekten den Anschein massiven Goldes zu geben. Dafür gibt es unterschiedliche Techniken, wie die Poliment- und Ölvergoldung. Staffieren, früher als Fassmalerei bekannt, bedeutet das Bemalen und Fassen von nicht vergoldeten Oberflächen. Dazu zählen unter anderen das Marmorieren, Holzimitation und die Porzellanimitation. Das Wissen über die komplexen Techniken wird in weiten Teilen mündlich weitergegeben und bis zur Beherrschung dauert es mehrere Jahre. Die Blütezeit des Vergoldens und Staffierens lag im Barock und Rokoko und auch im Jugendstil und Art Deco waren diese Techniken hochgefragt. Ab der 2. Hälfte des 20. Jahrhunderts nahm das Interesse stark ab, zeitgenössische Architektur sieht heute kaum mehr Veroldungen vor, sodass immer weniger Handwerksbetriebe vorhanden sind, um die Techniken auszuüben und zu tradieren.