Verzeichnis des Immateriellen Kulturerbes in Österreich

Anklöpfeln im Tiroler Unterland

Antragsteller: Joch Weißbacher i. V. Oberauer Anklöpfler
Bundesland: Tirol

Das Anklöpfeln ist ein im Tiroler Unterinntal gepflegter Brauch. Dabei verkleidet sich eine Gruppe zumeist männlicher Sänger als Hirten und stattet danach an den drei Donnerstagen vor Weihnachten (Klöpflnächte) den Häusern der Nachbarschaft einen Besuch ab. Die Sänger werden in das Haus gebeten und stimmen dort einige Lieder an, die die Weihnachtsbotschaft von der Geburt Jesu verkünden.


Aperschnalzen im historischen Rupertiwinkel

Antragsteller: Ing. Ernst Müller, Ehrenobmann Schnalzergruppe Wals
Bundesland: Salzburg

Das „Aperschnalzen” bezeichnet einen über 200 Jahre alten Brauch im historischen Rupertiwinkel, der heute in mehreren Ortschaften zu beiden Seiten der Grenzflüsse Saalach und Salzach, also in Bayern und Salzburg, praktiziert wird. Zwischen Stephanitag (26. Dezember) und Faschingsdienstag schnalzen die „Passen” (Gruppen von neun Personen) bei ihren Treffen mit ihren „Goaßln” (Peitschen, vom althochdeutschen „Geisla”) so oft hintereinander, bis sie einen bestimmten Takt hervorbringen. Neben dem Schnalzen bei großen offiziellen Veranstaltungen stellen die Brauchtumswettbewerbe, die sogenannten „Gemeindeschnalzen“ und das einmal jährlich stattfindende „Rupertigau-Preisschnalzen“, Höhepunkte der Gemeinschaft der Passen dar.


Aufstellen und Besuch der Landschaftskrippen im Salzkammergut

Antragsteller: Heimat- und Musealverein Ebensee
Bundesland: Oberösterreich

Die Landschaftskrippen sind typische Volkskrippen, die die biblische Geschichte von der Geburt Christi in eine lokale Szenerie einbetten. Nachdem 1782 Kaiser Joseph II. den Kirchen per „Hofdekret“ das Aufstellen der oftmals sehr prunkvollen Krippen verboten hatte, begannen viele handwerklich Begabte, die Krippenfiguren nachzuschnitzen und diese bei sich zu Hause aufzustellen. Im Laufe der Zeit entwickelten sich aus den kleinen Kripperln die figurenreichen und oftmals Zimmer füllenden „Landschaftskrippen“. Das alljährliche Aufstellen und der Besuch von hunderten Landschaftskrippen in Privathäusern in der Weihnachtszeit zeigt die auch heute noch große Bedeutung dieses Brauchs für die Bevölkerung im Salzkammergut.


Ausseer Fasching

Antragsteller: Bernhard Laimer, Maschkera-Gesellschaft
Bundesland: Steiermark

Der Ausseer Fasching findet von Faschingssonntag bis Faschingdienstag statt. Drei Hauptfiguren spielen dabei eine wesentliche Rolle: Trommelweiber, Flinserl und Pless. Trommelweiber als Form des im Fasching häufigen Geschlechtertausches begleiten, angeführt vom Obertrommelweib und der Trommelweiber-Blechmusik, mit ihren rhythmischen Trommelschlägen den Faschingsumzug am Sonntag. Flinserl und Pless erscheinen am Faschingsdienstag. Die Flinserl mit ihren prächtigen Gewändern und der Begleitfigur Zacherl stellen eine spezifische Faschingsformation des Ausseerlandes dar, deren Ursprung historisch bislang nicht geklärt ist, wobei Einflüsse aus dem venezianischen Fasching vermutet werden. Die Pless mit ihren Bienenkörben auf dem Kopf sollen den Winter vertreiben. Auch Maskierte („Maschkera“) ziehen in kleinen und größeren Gruppen von Lokal zu Lokal. An allen drei Tagen werden außerdem sogenannte Faschingsbriefe in diversen Gaststätten vorgetragen, wobei Missgeschicke, Ortspolitik und lokale Gegebenheiten aus dem alten Jahr in gereimter und gesungener Form aufs Korn genommen werden, unterstützt von handgezeichneten Bildern. Diese Faschingsbriefe werden von SängerInnen aus verschiedenen Teilgemeinden des Ausseerlandes präsentiert.


Axamer Wampelerreiten

Antragsteller: Daniel Klotz
Bundesland: Tirol

Das Wampelerreiten ist fixer Bestandteil des Faschingsgeschehens in Axams und wird jährlich am sogenannten ‚Unsinnigen Donnerstag‘ vor dem Faschingssonntag durchgeführt. Im Vordergrund stehen die namensgebenden Wampeler - junge Burschen und Männer, die ein weites, weißes Leinenhemden tragen, das mit Heu prall ausgestopft wird. Dadurch erhalten die Wampeler ihre „Wampe“, womit umgangssprachlich ein dicker Bauch bezeichnet wird. Mit einem roten, kurzen Rock über der Hose und einem breiten Ledergürtel sowie mit einem kurzen Holzstock ausgestattet ziehen die Wampeler in gebückter Haltung durch den Ort. Ihre Gegenspieler sind die „Reiter“, die versuchen, die Wampeler umzustoßen und auf den Rücken zu legen, um deren weißes Hemd zu beschmutzen. Der Stock hilft den Wampelern, das Gleichgewicht zu halten sowie unfaire Angriffe von vorne abzuwehren. Nach mehreren Runden durch den Ort wird am Abend beim Dorfwirt der beste Wampeler mit dem saubersten Rücken gekürt. Begleitet wird das Axamer Wampelerreiten von sogenannten ‚Banden‘, die während der Fastnacht verkleidet von Gasthaus zu Gasthaus ziehen, um zu musizieren, zu tanzen und Dorfbegebenheiten zu persiflieren.


Bergfeuer Ehrwald

Antragsteller: Karlheinz Somweber, Erich Steiner, Martin Senftlechner, Gebhard Schatz, Ehrwald e.V
Bundesland: Tirol

Jährlich zur Sommersonnwende am 21. Juni leuchten im Ehrwalder Talkessel die Bergfeuer. Die aufwändige Vorbereitung liegt in den Händen mehrerer Gruppen, von denen jede ein eigenes Motiv wählt, das maßstabsgerecht gezeichnet, entsprechend der Geländeneigung gestreckt und mit Brennmaterial gelegt wird. Über diese Motive, die stets Aktualität besitzen, herrscht bis 21. Juni vollständiges Stillschweigen.


Bleiberger Knappenkultur

Antragsteller: Bergmännischer Kulturverein und Marktgemeinde Bad Bleiberg
Bundesland: Kärnten

Über Jahrhunderte bildete der Bergbau die wirtschaftliche Lebensgrundlage für die EinwohnerInnen von Bad Bleiberg. Obwohl die Grube 1992 geschlossen wurde, bemühen sich viele Initiativen im Ort um den Erhalt und die Weitergabe der überlieferten Traditionen der Knappenkultur: die Bergmannsprache, die Schrämstollen, das Bleiberger Knappenspiel, die Barbaramesse, der „Ledersprung“ etc. Die Knappenkultur bildet auch heute noch einen wichtigen Bestandteil der Identität der Gemeinde. Ihre Spuren finden sich in Haus- und Flurnamen, den darstellenden Künsten sowie im sozialen Gefüge.


Blochziehen in Fiss

Antragsteller: Verein "Blochziehen Fiss": Obmann Christian Kofler, Obmannstellv. Thomas Wachter
Bundesland: Tirol

Das Blochziehen in Fiss gehört zu den größten Fasnachtsbräuchen im Alpenraum. Es findet im Zweijahresrhythmus statt, wobei sich das Blochziehen der Erwachsenen mit jenem der 6-14 Jährigen, dem Kinder-Blochziehen, abwechselt. Im Spätherbst erfolgt das Blochbaumholen: eine stattliche Zirbe wird gefällt, bewacht und zwei Tage vor dem Umzug auf drei Schlitten aufgelegt. Am Tag des Umzugs versammeln sich die teilnehmenden Figuren im Dorfzentrum, und auf Kommando des Fuhrmannes beginnt sich der Bloch, geschoben von zahlreichen Vermummten, in Bewegung zu setzen. Hexen und „Schwoaftuifl“ versuchen, das Fortkommen zu erschweren. Spielerische Elemente sind nicht nur wesentliche Details, sondern dienen auch der Unterhaltung der Zuschauenden. Nachdem der Bloch beim Schulhaus angelangt ist, wird er versteigert.


Ebenseer Fetzenzug

Antragsteller: Johannes Scheck i. V. Verein Ebenseer Fasching
Bundesland: Oberösterreich

Beim Ebenseer Fetzenzug handelt es sich um einen jährlich am Faschingsmontag in und um Ebensee stattfindenden Faschingsumzug, dessen genaue Ursprünge nicht geklärt sind. Die Teilnehmenden, die so genannten „Fetzen“, kleiden sich in alte Frauengewänder, an die Lumpen genäht sind. Sie tragen einen Fetzenhut sowie eine kunstvoll geschnitzte Holzmaske. Der Zug trifft sich traditionell bei einem Gasthaus in Kohlstatt und zieht dann bis zum Rathaus der Marktgemeinde Ebensee. Dort beginnt der eigentliche Höhepunkt der Veranstaltung, das „Austadeln“: Die Fetzen sagen ihren Mitbürgerinnen und Mitbürgern mit verstellter Stimme die Meinung. Ziel ist es, dabei nicht erkannt zu werden. Begleitet wird das bunte Treiben vom „Parapluie-Marsch“, auch „Fetzenmarsch“ genannt.


Ebenseer Glöcklerlauf

Antragsteller: Edi Promberger
Bundesland: Oberösterreich

Ausgehend von Ebensee verbreitete sich der Brauch des Glöcklerlaufens über das gesamte Salzkammergut und die Wolfgangseeregion bis in die Steiermark. Dieser jährlich am 5. Januar stattfindende Brauch ist gekennzeichnet durch das typisch weiße Gewand aller Passen, das Tragen und Läuten von großen Glocken, dem Laufen von verschiedenen Figuren und dem Mittragen von Lichterkappen. In den letzten Jahrzehnten erstarkte das Interesse am Glöcklerlaufen in großen Teilen des Salzkammergutes, da man auch das touristische Potential dieser Tradition erkannte.


Fasnacht Imst - Schemenlaufen

Antragsteller: Die Gemeinschaft der Imster Fasnachtler, Obmann Uli Gstrein, Mag. Manfred Thurner
Bundesland: Tirol

Schemenlaufen wird in Imst im Tiroler Oberland ein Umzug zur Fasnachtszeit mit 26 unterschiedlichen Maskentypen genannt. Dieses Ereignis findet alle vier Jahre statt.


Fasnacht Nassereith - Schellerlaufen

Antragsteller: Obmann Spielmann Gerhard im Namen vom Fasnachtskomitee Nassereith für die Gemeinschaft der Nassereither Fasnacht
Bundesland: Tirol

Bei der Fasnacht Nassereith, seit 1951 auch als „Schellerlaufen“ bezeichnet, handelt es sich um einen Fasnachtsbrauch, welcher in einem Intervall von drei Jahren in der Ortsgemeinde Nassereith, Bezirk Imst/Tirol, an einem Tag zwischen dem Dreikönigstag (6. Jänner) und Aschermittwoch stattfindet. Im Zentrum der Nassereither Fasnacht steht der Umzug, welcher sich durch seine Farbenpracht und die typischen Holzlarven auszeichnet. Dabei wird das Schellerlaufen nach genau überlieferten Regeln durchgeführt und das Wissen um die Herstellung der Masken, Kostüme und Fasnachtsutensilien von Generation zu Generation weitergegeben. Für die Organisation und Abwicklung der Fasnacht wird seit dem Jahr 1923 ein Fasnachtskomitee für die Dauer von 6 Jahren gewählt.


Festbrauch der Bürger- und Schützengarden des Bezirkes Murau

Antragsteller: Obmann Rudolf Paschek für den Bezirksverband der Bürger- und Schützengarden des Bezirkes Murau
Bundesland: Steiermark

Fünf Bürger- und Schützengarden sind im Bezirksverband Murau organisiert: die Murauer Bürgergarde, die Schützengarde Krakaudorf, die Schützengarde Krakauebene, die Prangschützengarde Ranten und die Schützengarde der Pfarrgemeinde St. Peter am Kammersberg. Ihre Entstehungsgeschichten lassen sich bis ins 17. Jahrhundert zurückverfolgen. Als Ehrengarden rücken sie mehrmals im Jahr bei festlichen Anlässen und kirchlichen Prozessionen aus und erhöhen dadurch die Feierlichkeit des Geschehens. Durch die traditionelle Verbindung zur Kirche gehören Fronleichnam und das Patroziniumsfest zu den fix festgelegten Terminen der Ausrückungen. Die Garden fungieren als Ehrenschutz bei Jubiläen, Hochzeiten und Besuchen von hochrangigen Persönlichkeiten. Sie zeichnen sich durch traditionelle Uniformen und Ausrüstungsgegenstände sowie durch ihren typischen Marsch aus.


Freiungsaustragen beim Maxlaun in Niederwölz

Antragsteller: Mag. Alfred Baltzer und Ing. Rudolf Paschek für den Arbeitskreis Volkskultur Murau
Bundesland: Steiermark

„Die Austragung der Freiung“ stellt den Mittelpunkt des Festzugs beim Maxlaun Markt dar. Dieser dreitägige Markt findet jährlich am zweiten Oktoberwochenende in Niederwölz im Bezirk Murau statt. Der Name leitet sich vom Kirchenpatron Maximilian ab, dessen Fest am 12. Oktober gefeiert wird. Zu seinen Ehren wird ein Festzug veranstaltet, bei dem die Freiung, ein geschnitzter Arm aus schwarzbemaltem Holz mit einem Schwert, festlich geschmückt und in einer traditionellen Route zum Marktgelände gebracht wird. Sie war ein Zeichen für den strafrechtlichen Schutz zur Marktzeit und garantierte freien Handel und Frieden durch Waffenverbot. In der heutigen Praxis sucht der Bürgermeister den „Freiungsträger“ aus, der wiederum den sogenannten „Maxlauner“, den Wegauskehrer, bestimmt. Der Festzug wird unter anderem von der Musikkapelle, der Sängerrunde Niederwölz, der Freiwilligen Feuerwehr sowie der Bergwacht begleitet.


Funkensonntag

Antragsteller: Mag. Hanno Platzgummer i.V. Funkenzunft Oberdorf
Bundesland: Vorarlberg

Die Praxis des Funkensonntags ist in ganz Vorarlberg verbreitet. In jeder Gemeinde findet am Sonntag nach Aschermittwoch ein eigener Funken zum Ausklang der Alten Fastnacht statt. In der größten Stadtgemeinde Vorarlbergs, in Dornbirn, gibt es sogar eine Vielzahl an Funken, die von verschiedenen Funkenzünften veranstaltet werden.


Gasteiner Perchten

Antragsteller: Andreas Mühlberger i.V. Verein Gasteiner Perchten
Bundesland: Salzburg

Die Tradition des Gasteiner Perchtenlaufs reicht bis zu den Faschingsläufen der Renaissancezeit und des Rokoko zurück und findet alle vier Jahre zwischen Neujahr und dem Dreikönigstag im Raum Bad Gastein und Bad Hofgastein statt. Unter den ungefähr 140 verschiedenen mitlaufenden Figuren befinden sich auch rund 30 Kappenträger, die einen eindrucksvollen, meist mehrere Meter hohen Kopfschmuck tragen. Die Kappenträger bringen dabei den ZuschauerInnen entlang des Weges in Form einer kurzen Tanzdarbietung und einer Verbeugung auf Befehl des Perchtenhauptmanns Glück- und Segenswünsche.


Gauderfest in Zell am Ziller

Antragsteller: Tiroler Landestrachtenverband, Obmann Oswald Gredler
Bundesland: Tirol

Tirols größtes Frühlingsfest geht auf einen Kirchtag zurück. Der Name bezeichnet den Ort dieses Volksfestes, das sogenannte Gauderlehen. Die bislang älteste Beschreibung dieses Festes stammt aus dem Jahr 1862, obwohl schon frühere Notizen Bezug darauf nehmen. Von den ehemals wichtigen Tierkämpfen wie dem Kuhstechen, Hahnenkämpfen und dem Widderstoßen hat man mittlerweile Abstand genommen und konzentriert sich nun vielmehr auf das im Alpenraum verbreitete "Ranggeln" mit dem Wettkampf um den "Hogmoar" und den Trachtenumzug. Dieser Umzug zählt zu den größten in Tirol und findet stets am ersten Sonntag im Mai statt. Besonderes Augenmerk legt man beim Gauderfest auch auf die Jugend, die am Samstag ihr Können vor allem auch in tänzerischer Hinsicht zeigen darf.


Heiliggrab-Bruderschaft Pfunds

Antragsteller: Heiliggrab-Bruderschaft Pfunds, Prof. Robert Klien
Bundesland: Tirol

Seit mehr als 500 Jahren existiert die „Heiliggrab-Bruderschaft“. Sie hat sich das Aufstellen des Heiligen Grabes in der Liebfrauenkirche in Pfunds am Samstag vor dem Palmsonntag sowie die ununterbrochene Anbetung des Allerheiligsten von Karfreitag bis Karsamstag zur Aufgabe gemacht. Grabbruder zu sein ist eine hohe Ehre und diese Funktion wird ohne Unterscheidung in Stand, Bildung, Ansehen oder Vermögen von Generation zu Generation weitergegeben. Seit jeher ist diese Laien-Bruderschaft unabhängig von Kirche und Gemeindeverwaltung. Sie umfasst 12 Gruppen zu je 16 Männer und bindet Frauen und Jugendliche in das Brauchtum mit ein.


Hundstoaranggeln

Antragsteller: Salzburger Rangglerverband, Landesobmann Hans Bernsteiner
Bundesland: Salzburg

Das Hundstoaranggeln am Hohen Hundstein im Pinzgau ist vermutlich die älteste im Alpenraum ausgetragene Sportart. Seine Wurzeln reichen bis ins 14. Jahrhundert zurück.


Kranzelreiten zu Weitensfeld

Antragsteller: Max Strohmaier
Bundesland: Kärnten

Das Kranzelreiten zu Weitensfeld findet jährlich am Pfingstwochenende statt und ist in zwei Abschnitte gegliedert. Am Pfingstsonntag reiten die Kranzelreiter in Begleitung von G’stanzlsängern und einer Trachtenkapelle von Haus zu Haus, singen G’stanzl über die Ereignisse des vergangenen Jahres und sprechen ein ‚Hoch‘ auf die Hausbewohner aus, von welchen sie mit Speis und Trank versorgt werden. Am Pfingstmontag findet dann das eigentliche Kranzelreiten statt. In einem Wettkampf legen die Reiter auf ihren geschmückten Pferden dreimal die Strecke vom Oberen Marktplatz bis zum Marktbrunnen zurück, um so das Austreiben der Pest zu symbolisieren, das mit dem Ursprung des Kranzelreitens in Zusammenhang steht. Danach stehen drei Läufer im Mittelpunkt des Geschehens, die um die Wette laufen. Der Sieger darf auf dem Siegerpferd zur Statue der ‚steinernen Jungfrau‘ auf dem Marktbrunnen reiten und sie küssen. Er erhält als Prämie das Kranzel der Jungfrau und ein Seidentuch. Der Zweitplatzierte bekommt ein Myrtensträußchen und ein Wolltuch, der Letzte ein Büschel Schweineborsten und ein Kattuntuch. Daran anschließend schenken die Läufer ihre Gaben weiter an ihre auserwählten Mädchen. Gemeinsam tanzen sie den „Jungfrauenkuss-Walzer“ (Gurktalerwalzer), der den Abschluss des Kranzelreitens und gleichzeitig den Auftakt zum gemeinsamen Feiern bildet.


Lichtbratlmontag in Bad Ischl

Antragsteller: Hannes Heide, Bürgermeister der Stadtgemeinde Bad Ischl
Bundesland: Oberösterreich

Alljährlich am Montag nach Michaeli (29. September) wird in Bad Ischl der Lichtbratlmontag begangen. Dieser bezieht sich auf einen Brauch, bei dem früher der Meister seinen Mitarbeitern ein „Bratl“ spendierte, da an diesem Tag erstmals wieder mit künstlichem Licht gearbeitet werden musste. Heute handelt es sich um ein Jahrgangstreffen aller runden Jubilare ab 50 eines jeweiligen Jahres, die in Bad Ischl geboren sind oder dort ihren Hauptwohnsitz haben.


Liebstattsonntag in Gmunden

Antragsteller: Trachtenverein „Traunseer“ Gmunden, Obmann Franz Wolfsgruber
Bundesland: Oberösterreich

Der Ursprung dieses Brauches wird in der 1641 in Gmunden neu aufgerichteten „Corpus Christi Bruderschaft“ gesehen, die bis ins 18. Jahrhundert Bestand hatte und deren Aufgabe es war das religiöse Leben in der Stadt zu vertiefen. Einmal jährlich, am vierten Fastensonntag, wurde von dieser Bruderschaft eine Versammlung abgehalten und dabei das Gelöbnis der Glaubenstreue und der brüderlichen Liebe, das „Liabb´státt´n“ (Liebe bestätigen), erneuert. Im Laufe der Zeit wandelte sich dies zu einem Liebe abstatten. Der Liebstattsonntag in Gmunden wird heute noch jedes Jahr am vierten Fastensonntag begangen. Die beiden Trachtenvereine von Gmunden, sowie die Goldhauben- und Kopftuchgruppe, treffen sich um neun Uhr zum Kirchgang in die Stadtpfarrkirche. Im Anschluss daran formiert sich ein Festzug mit Musikkapelle, der zum Rathausplatz marschiert. Nach einer kurzen Begrüßung und Erklärung des Brauchs verschenken die Vereinsmitglieder verzierte Lebkuchenherzen an die Bevölkerung und Gäste.


Mullen und Matschgern in den MARTHA-Dörfern

Antragsteller: Martin Kapferer i.V. Gemeinschaft der Muller und Matschgerer der Stadtteile Mühlau und Arzl bzw. der Dörfer Rum, Thaur und Absam
Bundesland: Tirol

Der in der Fastnacht praktizierte Brauch des Mullens beziehungsweise Matschgerns (von Maske/Maskieren) blickt in den MARTHA-Dörfern nördlich von Innsbruck auf eine jahrhundertelange Tradition zurück. Jeder Figur kommt eine spezielle Rolle zu, so fungieren die Hexen als Wegbereiter, andere Figuren wie etwa der Spiegeltuxer beeindrucken durch ihr imposantes Auftreten und wieder andere sind als Ordnungshüter tätig. Das ausgelassene und bunte Treiben gipfelt im so genannten Mullen oder Abmullen, einer Art Ehrbezeugung, bei der sich der Brauchträger eine Person aus der Menge aussucht, ihre Schulter reibt und ihr einen kleinen Schlag versetzt.


Murauer Faschingrennen

Antragsteller: Mag. Alfred Baltzer und Ing. Rudolf Paschek, i.V. Arbeitskreis Volkskultur Murau
Bundesland: Steiermark

Dieser kräfteraubende und aufwändige Umzugs- und Heischebrauch wird in regelmäßigen Abständen von zwei bis fünf Jahren an einem bestimmten Tag im Jahr, meist am Faschingsmontag, in mehreren Orten im Bezirk Murau ausgeübt. Die Ausstattung der Faschingrenner erinnert an die einstige Kleidung der Drescher. Dennoch weisen das äußere Erscheinungsbild und die Anzahl der Faschingrenner und ihrer Begleitfiguren geringfügige örtliche Unterschiede auf. Die mitwirkenden Gruppen und Einzelfiguren bewegen sich entweder auf Fahrzeugen oder zu Fuß von Hof zu Hof und müssen vor dem Einlass Hindernisse bewältigen: entweder eine gespannte Kette (Speng) überwinden oder die Herausforderung zum Zweikampf annehmen.


Perchtoldsdorfer Hütereinzug

Antragsteller: Christian Neumayer i.V. für die Weinhüter; Franz Distl i.V. für den Weinbauverein der Marktgemeinde Perchtoldsdorf
Bundesland: Niederösterreich

Der Hütereinzug ist ein fester Bestandteil des Jahreslaufs der Perchtoldsdorfer Weinhauer, auch wenn das Berufsbild des Hüters im Laufe der 1970er Jahre obsolet wurde und verschwand.


Perlåggen in Tirol

Antragsteller: : Institut für "ALPENLÄNDISCHE TRADITIONSKARTENSPIELE -Watten, Bieten,Gilten und Perlaggen", Telfs - NOAFLHAUS, Hubert Auer (Vorstand), Telfs. Bernhard Moll, Imst und Peter Blaas, Mieming.
Bundesland: Tirol

Perlåggen ist ein Kartenspiel, das heute vor allem in Tirol gespielt wird. Zwei Teams aus meist zwei Personen sitzen einander gegenüber, versuchen sich mittels verbalen und nonverbalen Geheimzeichen auszutauschen und möglichst viele Punkte zu gewinnen. Gespielt wird mit 33 Spielkarten mit deutschen Farbzeichen (Eichel, Laub, Schell und Herz), wobei je nach Ort und Situation bis zu acht Karten als ‚Perlågg‘ festgelegt werden, die eine Sonderfunktion erhalten. Flunkern und Täuschen sind wichtige Elemente des Spiels. Auch das sogenannte ‚Perlågger-Latein‘ oder ‚Kårter-Sprech‘ kommt zum Einsatz und hält eigene Bezeichnungen für bestimmte Spielzüge, spezielle Karten und das Loben und Tadeln von Spielverhalten bereit. Perlåggen wird unabhängig von Alter, Stand und Geschlecht vor allem in Gasthäusern und Privathaushalten gespielt. Jährlich finden lokale Turniere statt und seit einigen Jahren wird abwechselnd in Süd- und Nordtirol eine Gesamttiroler Perlåggermeisterschaft ausgetragen.


Ratschen in der Karwoche

Antragsteller: Franz Ederer
Bundesland: Burgenland, Kärnten, Niederösterreich, Oberösterreich, Salzburg, Steiermark, Tirol, Vorarlberg, Wien

Ratschen ist ein Lärmbrauch, der in verschiedenen Formen in den Tagen vor Ostern in weiten Teilen Österreichs praktiziert wird. Zentral dabei ist die sogenannte Ratsche, ein Holzschrapinstrument, dessen Geräusch von Gründonnerstag bis Ostersonntag die dann verstummten Kirchenglocken ersetzen soll. Bei der am häufigsten verbreiteten Form des Ratschens gehen Kinder zu verschiedenen Zeiten durch den Ort, ratschen und sagen nach einem bestimmten Ablauf Sprüche auf. Die Sprüche können von Region zu Region variieren und werden entweder von älteren Kindern an jüngere weitergegeben oder von einer erwachsenen Betreuungsperson gelehrt. Der am häufigsten auftretende Spruch ist der sogenannte Englische Gruß: “Wir ratschen, wir ratschen den Englischen Gruß, den jeder katholische Christ beten muss. Kniet's nieder, kniet's nieder auf euere Knie, bet's drei Vater Unser und ein Ave Marie”. Nach dem Ratschen werden die Kinder beim sogenannten ‚Absammeln‘ mit Geld, Süßigkeiten oder Ostereiern belohnt.


Sakramentsgarden in Tirol

Antragsteller: Karl Wurzer
Bundesland: Tirol

Die Tiroler Sakramentsgarden wurden vor etwa 500 Jahren nach dem spanischen Vorbild der Corpus-Christi-Bruderschaften gegründet. Ihrer ursprünglichen Tätigkeit als Schutz- und Ehrenbegleitung des Allerheiligsten bei Prozessionen gehen sie bis heute unverändert nach. Im Laufe der Geschichte sind die Tiroler Sakramentsgarden mehrfach aufgelöst worden, wobei an den Orten Thaur, Hall, Volders und Schwaz die Erhaltung der Tradition gelungen ist. In historischer Kleidung und Ausrüstung rücken die vier Garden bei offiziellen kirchlichen und weltlichen Anlässen gemeinsam aus. Die einzelnen Sakramentswachen begleiten zudem private Feiern wie Hochzeiten oder Begräbnisse. Seit jeher übernehmen die Mitglieder auch Tätigkeiten in sozialen und kulturellen Bereichen in ihren Gemeinden.


Salzburger Festschützenwesen

Antragsteller: Herbert Handlechner i.V. Landesverband der Salzburger Schützen
Bundesland: Salzburg

Das Festschützenwesen ist Bestandteil des Brauchtums im gesamten Land Salzburg. Obwohl sich vor allem das zum Schießen verwendete Gerät von Ort zu Ort massiv unterscheidet – der Bogen reicht von traditionellen Holzgewehren bis hin zu Prangerstutzen und Böllern – sind die Aufgaben, die die Schützenvereine in den Gemeinden wahrnehmen, sehr ähnlich.


Samsontragen im Lungau und Bezirk Murau

Antragsteller: Gauverband der Lungauer Heimat- und Brauchtumsvereinigungen, Gauobmann Eduard Fuchsberger
Bundesland: Salzburg, Steiermark

In Österreich ist der Brauch des Samsontragens nur im Salzburger Lungau sowie in zwei Gemeinden der angrenzenden Steiermark beheimatet. Er ist fixer Bestandteil des regionalen Brauchtumkalenders und sorgt immer für regen Zulauf.


Scheibenschlagen

Antragsteller: Thomas Gamon, MMag. Michael Kasper
Bundesland: Vorarlberg

Scheibenschlagen wird am ersten Sonntag der Fastenzeit, auch Funkensonntag genannt, in mehreren Orten in Südvorarlberg praktiziert. Eigens angefertigte Scheiben aus Erlen- oder Birkenholz werden auf 70 bis 100 cm lange Haselstöcke gesteckt, im sogenannten Vorfeuer zum Glühen gebracht und mit Hilfe einer kleinen Holzbank von den Stöcken abgeschlagen. Bei einem gelungenen Schuss beschreibt die glühende Scheibe einen leuchtenden Bogen am dunklen Nachthimmel. Jeder Schütze versucht, seine Scheibe möglichst weit bzw. zielgenau zu schießen. Dazu werden Sprüche gerufen, die sich an bestimmte, namentlich genannte Personen aus dem Ort richten - zur Ehre, zum Spott oder um heimliche Liebschaften aufzudecken. Ausführende sind häufig Burschen, die Jugendlichen und die Schulkinder, vor allem aber Vereine, wie die Funkenzünfte.


Stille Nacht - das Lied zur Weihnacht

Antragsteller: MMag. Michael Neureiter i.V. Stille-Nacht-Gesellschaft
Bundesland: Burgenland, Kärnten, Niederösterreich, Oberösterreich, Salzburg, Steiermark, Tirol, Vorarlberg, Wien

Das im Jahr 1818 komponierte Lied „Stille Nacht! Heilige Nacht!“ bildet für zahlreiche Menschen einen Fixpunkt des Heiligen Abends und ist aus Feiern im Familien- und Freundeskreis sowie kirchlichen Feiern, insbesondere der Christmette, nicht wegzudenken. Für viele ist es der Inbegriff des Weihnachtsliedes überhaupt.


Taubenschießen in Altaussee

Antragsteller: Gerhard Wimmer, Taubenschützenverein Altaussee-Schneiderwirt
Bundesland: Steiermark

Das Taubenschießen in Altaussee ist ein Gesellschaftssport mit zumindest drei Schützen. Mitglieder des Taubenschützenvereins treffen sich beim Schneiderwirt, wo der Schießstand installiert ist, der wie ein großes Pendel funktioniert. Als Wurfgeschoss dient eine ca. 2kg schwere, hölzerne Taube mit eisernem Schnabel, die an einer 8m langen Kette aus Stahldrahtgliedern hängt. Hinten an der Taube ist eine Schnur befestigt, die der Schütze möglichst mit ruhiger Hand in einer Linie mit der Kette und der Mitte der Zielscheibe bringen muss. Lässt der Schütze die Schnur los, schwingt die Taube durch die Pendelbewegung in Richtung Zielscheibe und bleibt dort mit der eiserenen Spitze stecken. Der ‚Zieler‘ vermerkt am Rand der Scheibe das Schussergebnis und schwingt die Taube zurück zum ‚Aufigeber‘, der dem nächsten Schützen die Taube reicht.


Telfer Schleicherlaufen

Antragsteller: Fasnachtkomitee Telfs, Obmann Dr. Stephan Opperer
Bundesland: Tirol

Rund 500 Männer nehmen aktiv an der Tradition des Telfer Schleicherlaufens teil. Alle fünf Jahre finden sie sich neu in ihren Fasnachtsgruppen zusammen. Diverse Fasnachtschroniken belegen, dass viele Familien seit Generationen am Telfer Schleicherlaufen teilnehmen. Ein großer Teil der Telfer Bevölkerung ist auch durch das Herrichten der Gewänder, das Ausbessern des Schmuckes etc. in die Fasnachtsvorbereitungen eingebunden.


Verein für gegenseitige Hilfeleistung bei Brandfällen "Nebenleistung"

Antragsteller: Verein für gegenseitige Hilfeleistung bei Brandfällen ,Nebenleistung', Obmann Johann Wimmer
Bundesland: Niederösterreich

Der Verein für gegenseitige Hilfeleistung bei Brandfällen „Nebenleistung“ ist eine Selbsthilfeorganisation in St. Oswald im Yspertal (Niederösterreich), die bei Brandfällen in der Region in Form von Arbeitsleistungen, Naturalien oder Geld Hilfe zur Verfügung stellt. Die Kurzbezeichnung für den Verein lautet „Nebenleistung“.


Vereinigte zu Tamsweg

Antragsteller: Die Vereinigten zu Tamsweg, Kommissär Dr. Raimund Schiefer
Bundesland: Salzburg

Die „Vereinigten zu Tamsweg“ ist die älteste, durchgehend existierende Vereinigung berufstätiger Männer im regionalen Umfeld von Tamsweg und wurde von Lungauer Handwerkern im Jahr 1738 als Begräbnisbruderschaft gegründet. Bis heute begleiten die Mitglieder Begräbnisse, nehmen an kirchlichen Prozessionen teil und halten jährlich zwischen 1. Jänner und dem Samstag nach dem Aschermittwoch die Vereinigtenoktav - eine Festwoche - ab, an der nicht nur Tamsweger teilnehmen, sondern auch Angehörige der Bruderschaft aus den Bundesländern.


Widderprozession nach Obermauern

Antragsteller: Bürgermeister Ing. Dietmar Ruggenthaler (Gemeinde Virgen), Bürgermeister Anton Steiner (Gemeinde Prägraten)
Bundesland: Tirol

Der Brauch der Widderprozession reicht in die Zeit des Dreißigjährigen Kriegs zurück. Aus Dankbarkeit für die Erlösung von der Pest begehen die Bewohner von Virgen und Prägraten bis heute am ersten Samstag nach Ostern, dem sogenannten „Weißsamstag“, eine Wallfahrt mit einem Widder. Jährlich abwechselnd führt eine der beiden Gemeinden einen weißen, festlich geschmückten Widder zur Wallfahrtskirche Maria Schnee. Im Anschluss an die heilige Messe findet vor der Kirche eine Verlosung des Tieres statt.


Wiener Kaffeehauskultur

Antragsteller: Klub der Wiener Kaffeehausbesitzer, Klubobmann KommR Maximilian K. Platzer
Bundesland: Wien

Die Tradition der Wiener Kaffeehauskultur reicht bis an das Ende des 17. Jahrhunderts zurück und ist durch eine ganz spezielle Atmosphäre geprägt. Typisch für ein Wiener Kaffeehaus sind Marmortischchen, auf denen der Kaffee serviert wird, Thonetstühle, Logen, Zeitungstischchen und Details der Innenausstattung im Stil des Historismus. Die Kaffeehäuser sind ein Ort, „in dem Zeit und Raum konsumiert werden, aber nur der Kaffee auf der Rechnung steht“.


Windischgarstner Niglo-Umzug

Antragsteller: Jörg Strohmann i.V. Obmann des Heimat- und Museumsvereins Windischgarsten, beauftragtes Mitglied des Trachtenvereins d’Garstnertaler
Bundesland: Oberösterreich

Der Niglo-Umzug am Vorabend des Nikolaustages (6. Dezember) bildet einen jährlichen Fixpunkt der Adventzeit in Windischgarsten. Er besteht aus ungefähr 30 Personen: dem Nachtwächter, dem Nigloherrn (ein Herr in städtischer Bekleidung) und der Niglofrau (eine jüngere Frau mit weißem Kleid und Krone), mehreren Nigeln (in Pelz gehüllte Krampusse mit Larven, um den Körper Schellen und Birkenruten tragend), mehreren Engeln, dem Teufel, dem Heiligen Nikolaus und verschiedenen Nebenfiguren. Die bunte Gesellschaft versammelt sich beim Heimathaus und zieht dann durch den Markt in den Rathaushof, wo sich die Figuren auf der Bühne präsentieren und der Nigloherr und der Nikolaus je ein Gedicht vortragen. Zum Abschluss erhalten die anwesenden Kinder ein kleines Geschenk.


Wirlinger Böllerschützen

Antragsteller: Matthias Plamberger i.V. Verein Traditionsschützen Wirling
Bundesland: Oberösterreich

Der Traditionsschützenverein Wirling ist österreichweit der vermutlich einzige Verein, der berechtigt ist, das traditionelle Böllerschießen zu betreiben. Die Hauptaufgabe der Böllerschützen besteht darin, religiöse sowie weltliche Feste wie Hochzeiten, kirchliche Feste und Umzüge sowie das Rauhnachtsschießen mitzugestalten. Dabei wird ein eigens dafür konstruiertes Böllergeschütz auf einer Anhöhe in Stellung gebracht und je nach Anlass zu genau festgelegten Zeiten abgefeuert. Wichtig ist, dass immer das Echo des Böllerknalls, welches bis zu zwölf Sekunden dauern kann, vor der Abgabe des nächsten Schusses abzuwarten ist.


Zachäussingen in Zirl

Antragsteller: Marktgemeinde Zirl
Bundesland: Tirol

Das Zachäussingen in Zirl ist ein Kirchtagsbrauch, der am dritten Sonntag im Oktober ab 4:30 Uhr früh begangen wird. Die Besonderheit ist neben der Uhrzeit vor allem die Verbindung von religiöser und weltlicher Praxis. Jährlich versammeln sich etwa 200 Menschen am Platz vor der Kirche und stimmen gemeinsam mit musikalischer Umrahmung durch den Kirchenchor und einer Bläsergruppe das Zachäuslied an, das im 18.Jh. von einem Zirler Messner geschrieben wurde und von Buße und Reue handelt. Von der Kirche aus gehen sie gemeinsam zum nahegelegenen Dorfplatz. Dort ist das Zachäuslied ein zweites Mal zu hören, bevor der weltliche Teil des Kirchtags beginnt. MusikantInnen spielen auf und es wird auf den Straßen getanzt. PfadfinderInnen und Jungschargruppen stellen Kirchtagskrapfen zur Verfügung, die sie gemeinsam am Vorabend herstellen. Das Zachäussingen hat gemeinschaftsfördernden Charakter. Schon in die Vorbereitung sind viele Personen und Vereine involviert. Der Brauch an sich fungiert als bindendes Glied in der - bedingt durch die Nähe zu Innsbruck - stetig wachsenden Gemeinde und verbindet Zugezogene mit Einheimischen.