Verzeichnis des Immateriellen Kulturerbes in Österreich

Aberseer Schleuniger

Antragsteller: Matthias Beinsteiner
Bundesland: Oberösterreich, Salzburg

Der „Schleunige“ – in alten Handschriften auch „Schleinige“ genannt – ist eine ausschließlich im Salzkammergut verbreitete Spiel- und Tanzform. Eine spezielle regionale Variante des Schleunigen findet man rund um den Wolfgangsee (Abersee), also in Abersee, Strobl, St. Wolfgang und St. Gilgen. Mit einer Dauer von zehn bis zwölf Minuten ist der Aberseer Schleunige ein sehr langer und komplexer Tanz, was sich sowohl vokal, instrumental wie auch choreographisch äußert. Das markante rhythmische Element des Schleunigen besteht neben Stampfschritten und Sprüngen der Tänzer vor allem im gemeinschaftlichen Paschen (Klatschen) im Mittelteil des Tanzes. Im Gebiet um den Wolfgangsee wird der „Schleunige“ meist bei Hochzeiten gespielt und getanzt. Je nach Hochzeitsgästen und Vortänzer gestaltet sich der Tanzablauf individuell, wobei aber das Grundgerüst des Tanzes (Einspringen, Kettenform, Gesang und Paschen) unverändert beibehalten wird


Ausbildungs- und Chortradition der Wiener Sängerknaben

Antragsteller: Musikwissenschaftliches Forschungszentrum Wiener Sängerknaben für den Verein; Prof. Gerald Wirth, Künstlerische Gesamtleitung, Präsident
Bundesland: Wien

Die Gründung der Wiener Sängerknaben geht auf eine Verordnung Kaiser Maximilians im Jahr 1498 zurück. Ihre Aufgabe war das Musizieren für den Hof, insbesondere die Pflege der Sakralmusik. Dieser ursprünglichen Funktion kommen die Wiener Sängerknaben bei den sonntäglichen Frühmessen in der Wiener Hofburgkapelle noch heute nach. Die etwa hundert aktiven Wiener Sängerknaben im Alter von zehn bis vierzehn Jahren sind aufgeteilt auf vier etwa gleich große Chöre, darunter auch ein Mädchenchor. Die künstlerische Tradition zeichnet sich durch eine spezielle technische Ausbildung und die Weitergabe des typischen Chorklangs aus.


Dürrnberger Schwerttanz

Antragsteller: Hermann Gfrerer i. V. Schwerttanz Verein der Dürrnberger Bergknappen
Bundesland: Salzburg

Der Dürrnberger Schwerttanz wird seit rund 500 Jahren praktiziert und ist eng mit der Salzburger Salinenindustrie und dem Bergbau verknüpft. Es handelt sich dabei um einen in der mittelalterlichen Tradition der Handwerker und Standestänze wurzelnden Reigen- und Kettentanz, der ursprünglich von Bergknappen an Berufsfesten und anderen Ehrentagen aufgeführt wurde. Bis heute ist die Aufführung des Schwerttanzes ausschließlich besonderen Anlässen vorbehalten. Der Tanz selbst enthält eine Reihe von Schrittfolgen und komplizierten Tanzfiguren, wobei das Schwert als Bindeglied eingesetzt wird. Dazu wird eine spezielle Bergmannstracht mit den Berufsrequisiten und Standeskennzeichen der Bergleute getragen. Bis zur Schließung der Saline im Jahr 1989 wurde der Schwerttanz unter Vorsitz des Salinendirektors und Bergwerkleiters alle vier Jahre aufgeführt. Seitdem widmet sich der Verein ehemaliger Knappen der Pflege des Tanzes.


Heiligenbluter Sternsinger

Antragsteller: Obmann Hans Schacher i.V. Rotte Hof Heiligenbluter Sternsinger
Bundesland: Kärnten

Die vermutlich aus dem 16. Jahrhundert stammende Tradition des Heiligenbluter Sternsingens hat sich bis heute zum größten Teil in seiner ursprünglichen Form erhalten. Elemente wie das Sternlied oder das Segnen des Hauses mittels Anbringung des Segensspruches Christus Mansionem Benedicat (CMB) über der Haustüre sind bis heute ein fixer Bestandteil dieser Tradition.


Innviertler Landler

Antragsteller: LEADER - Regionen Innviertel und Pramtal
Bundesland: Oberösterreich

Die Geschichte des Innviertler Landlers ist untrennbar mit den Innviertler Zechen verbunden. Diese waren ursprünglich rein bäuerliche Burschenkameradschaften, die eine besondere Form von Geselligkeit und Wirtshauskultur pflegten und mit dem Zechentanz – dem „Innviertler Landler“ – künstlerische Leistungen von Rang hervorbrachten. Diese Zechen waren über lange Zeit fester Bestandteil des gesellschaftlichen Lebens. Der Innviertler Landler wird durch die Kombination von Tanz (die „Eicht“), Musik, Dichtung und Gesang zu einem gemeinschaftlichen Gesamtkunstwerk. Die Melodie, der spezielle, angehängte Jodler („Almer“) und vor allem der rhythmisch „verzogene“ ¾-Takt machen den Innviertler Landler zu einer spezifischen Spielform innerhalb der österreichischen Ländlerfamilie. Seine zahlreichen regionalen und individuellen Ausprägungen stellen ein kulturelles Erbe mit einer Tradition von mehr als 250 Jahren dar, das noch heute aktiv von einer Generation an die nächste weitergegeben wird.


Laßnitzer Volksschauspiele

Antragsteller: Raphael Bacher, Mag. Alfred Baltzer
Bundesland: Kärnten, Steiermark

Die Laßnitzer Volksschauspiele werden in unregelmäßigen, mehrjährigen Abständen in Steirisch Laßnitz aufgeführt. Wann die Spiele entstanden sind und wer sie verfasst hat, ist nicht bekannt. Schriftliche Aufzeichnungen gibt es seit dem 19. Jahrhundert, davor wurden die Stücke mündlich überliefert. Alle Stücke haben altes Brauchtum und mittelalterliche Glaubensinhalte der christlichen Weihnachts- und Osterliturgie zum Inhalt. Von einer ursprünglichen Vielzahl von Spielen stehen heute nur mehr fünf zur Verfügung. Eine Besonderheit der Laßnitzer Volksschauspiele ist die Bedeutung des Gesangs, die Schauspieler müssen deshalb auch gesangliches Talent und Musikalität mitbringen. Gesprochen und gesungen wird in alter Mundart, Gestik und Mimik sind weitestgehend vorgegeben.


Maultrommelspiel in Österreich

Antragsteller: Obmann Dr. Franz Kumpl für den Österreichischen Maultrommelverein
Bundesland: Burgenland, Kärnten, Niederösterreich, Oberösterreich, Salzburg, Steiermark, Tirol, Vorarlberg, Wien

Das Maultrommelspiel zählt zu den ältesten Musikpraktiken der Menschheit und ist vor allem bei den asiatischen Turkvölkern und in Europa verbreitet. Die Maultrommel ist ein Bordun-Instrument, das aus verschiedenen Materialen, z.B. Metall oder Bambus, hergestellt wird. Dabei haben sich Zentren der Produktion und des Spiels mit eigenständigen Charakteristiken herausgebildet. Seit dem Mittelalter ist Molln die österreichische Erzeugungsstätte, wo sich sogar eine eigene Zunft der Maultrommelmacher etablieren konnte. Historisch spielte die Maultrommel im Alpenraum sowohl bei der Liebeswerbung wie auch beim geselligen Musizieren eine wichtige Rolle. In Österreich ist das Maultrommelspiel bis heute besonders durch die Wechseltechnik charakterisiert. Dabei verwendet ein Spieler zwei bis vier unterschiedlich gestimmte Maultrommeln entweder als Soloinstrument, im Duett oder als Trio, am häufigsten jedoch in Verbindung mit anderen Instrumenten.


Metnitzer Kinisingen

Antragsteller: Direktor SR Siegmund Kogler
Bundesland: Kärnten

Das „Metnitzer Kinisingen“ im Metnitztal in Kärnten scheint in das 16. Jahrhundert zurückzureichen, erstmals schriftlich erwähnt wurde der heute noch gesungene Text in einem Manuskript aus dem Jahr 1724. Zusammen mit den drei Königen und dem Sternträger zieht eine Sängerschar (Rotte) zwischen Neujahr und 6. Jänner (Dreikönigstag) im ganzen Metnitztal von Hof zu Hof und singt die 17 Strophen des „Kinilieds“. Könige und Sternträger führen zum Gesang ein spezielles Schauspiel auf, bei dem sie sich stumm nach genau festgelegten Regeln bewegen. Zusätzlich zu den 17 Strophen werden den Hausleuten Wünsche für ein gutes Jahr vorgetragen. Statt Geld erhält die Rotte nach der Darbietung eine Stärkung, um nach einem Schlusslied weiterzuziehen.


Öblarner Krampusspiel

Antragsteller: Ing. Gert Planitzer
Bundesland: Steiermark

Das Öblarner Krampusspiel gehört in die Gattung geistlicher Volksschauspiele, die seit der Rekatholisierung vor allem im 18. Jahrhundert zum Bestand religiöser Unterweisung und geistlicher Belehrung der Bevölkerung dienten. Als eines der letzten steirischen Volksschauspiele wird das Öblarner Krampusspiel alljährlich Anfang Dezember von Laien als Stubenspiel in bäuerlichen Gehöften und als öffentliche Aufführung auf dem Marktplatz gespielt. Die Texte der einzelnen Spielfiguren wie Jäger, Luzifer und Gefolge, Schmied, Habergoas und Tod wurden vorwiegend mündlich überliefert und erstmals in den 1980er Jahren schriftlich erfasst. Eine erste Nachricht zum Krampusspiel in Öblarn geht auf Erzherzog Johann zurück, der 1816 bei einem Besuch in Schloss Gstatt einen Teil davon oder desselben zu sehen bekam.


Österreichische Volkstanzbewegung

Antragsteller: Dr. Helmut Jeglitsch, Vorsitzender der Bundesarbeitsgemeinschaft Österreichischer Volkstanz
Bundesland: Burgenland, Kärnten, Niederösterreich, Oberösterreich, Salzburg, Steiermark, Tirol, Vorarlberg, Wien

Die österreichische Volkstanzbewegung wurzelt in der Forschung und Sammeltätigkeit einiger Persönlichkeiten des ausklingenden 19. Jahrhunderts und nahm Anleihen aus ländlichen oft nur noch in Resten erkennbaren Traditionen. Gleichzeitig mit der Systematisierung und Aufzeichnung der verschiedenen Tänze begann auch die Ausrichtung auf österreichische Besonderheiten. Die Tänze wurden jedoch nicht nur gesammelt und für die Nachwelt gesichert, sondern auch wieder verstärkt gelehrt und somit vor dem Aussterben bewahrt.


Passionsspiele Erl

Antragsteller: Passionspielverein Erl
Bundesland: Tirol

Seit 400 Jahren finden in einem Zyklus von sechs Jahren die traditionellen Passionsspiele Erl statt, die ihren Ursprung in den christlichen Osterspielen haben. Trotz bereits international renommiertem Ruf und regem Zuschauerbesuch sind es insbesondere die EinwohnerInnen von Erl, die für die Bewahrung dieser traditionell christlichen Spiele eintreten. Es sind nicht professionelle SchauspielerInnen, sondern die BewohnerInnen der Ortschaft selbst, die regelmäßig auf der Bühne stehen. Die Rekrutierung der etwa 600 MitspielerInnen erfolgt ein Jahr vor der Aufführung. Mitglieder des Komitees gehen von Haus zu Haus und fragen die in Erl ansässige Personen, ob sie bei den Passionsspielen mitwirken möchten – ohne Anspruch auf eine bestimmte Rolle und unter Einbeziehung aller Generationen. Mit Bedacht auf den religiösen Hintergrund und den Wunsch der Mitwirkenden nach Kontinuität gehören Änderungen an Text, Musik und auch den Kostümen zur Weiterentwicklung und Aktualisierung der Aufführungspraxis.


Pinzgauer Tresterertanz der Salzburger ALPINIA

Antragsteller: GTEV ALPINIA Salzburg vertreten durch Erwin Laubichler
Bundesland: Salzburg

Beim Pinzgauer Tresterertanz handelt es sich um eine regionale Sonderform des Schönperchtenlaufens. Der Rundtanz mit Hüpf- und Stampfschritten in typischen Kostümen wird jährlich am 5. Jänner, dem Perchtenabend vor Dreikönig, bei einbrechender Dunkelheit als Umlaufbrauch von Haus zu Haus, in den Bauernhöfen der Umgebung der Stadt Salzburg, aufgeführt. Der Besuch der Tänzer und Musiker ist eine Auszeichnung und erfolgt unangekündigt. Der Vortänzer informiert die Hausleute zunächst über den Brauch, indem er im typischen Tanzschritt einen Achter läuft. Der Tresterertanz besteht aus zwei Tanzteilen – einem Tanzteil ohne und einem mit Musik. Die Menschen verbinden mit den Tresterern ein gutes Omen für das neue Jahr und bedanken sich mit einer Gabe.


Reither Nikolausspiel

Antragsteller: Johann Hechenblaikner im Auftrag der „Bundesmusikkapelle Reith im Alpbachtal“ und von Max Feichtner (Besitzer des Nikolausspiel-Manuskripts)
Bundesland: Tirol

Das Reither Nikolausspiel findet im Abstand von sieben Jahren in Reith im Alpbachtal statt. Der älteste Hinweis auf dieses Volksschauspiel stammt aus dem Jahr 1868, wobei die Grundlage für die heutige Fassung bereits 1875 verschriftlicht wurde. Diese im Kern kirchlich-pädagogische Aufführung wurde bis 1919 als Stubenspiel aufgeführt, bei dem örtliche Laiendarsteller in Reith von Bauernhof zu Bauernhof zogen und einzelne Szenen spielten. Das Reither Nikolausspiel besteht aus zwölf für die Nordtiroler Varianten typischen Szenen („Bilder“ genannt), in denen die Auflehnung der Armen gegen die Reichen und Mächtigen sowie der Kampf zwischen Gut und Böse dargestellt werden.


Rudentanz in Sierning

Antragsteller: Rudenkomitee Sierning
Bundesland: Oberösterreich

Bis ins 20. Jahrhundert war der Ländler als ein „Tanz für alle“ speziell im süddeutschen Sprachraum, aber auch darüber hinaus, verbreitet. Im Traunviertel wird eine ganz spezielle Form des Ländlers bis heute von den so genannten „Ruden“ – althochdeutsch „roti“, also „Rudel“ – überliefert. Diese meist bäuerlichen Jungmännerbünde pflegten neben den brauchtümlichen Handlungen im Jahreslauf vor allem den mehrstimmigen Gesang, welcher eine wichtige Voraussetzung für die Bewältigung eines Traunviertler Landlers, dem Kernstück des Rudentanzes, darstellt. Seit 200 Jahren wird am Faschingsdienstag der Sierninger Rudenkirtag abgehalten, an dem die Traunviertler Ruden (Gruppen von ca. vier bis acht Tanzpaaren) zusammen kommen und ihren Landler darbieten. Neben Musik und Tanz wird dabei ein besonderes Augenmerk auf die jährlich neugedichteten Gstanzln (gesungene achtzeilige Reime) gelegt, die durch ihre spöttischen sowie kritischen Anspielungen auf lokale, nationale, globale politische so wie auch gesellschaftliche Ereignisse als „moralisches Korrektiv“ dienen.


Spielpraxis des Salzburger Marionettentheaters

Antragsteller: Salzburger Marionettentheater
Bundesland: Salzburg

Das Marionettentheater ist eine Tradition, die in vielen Ländern seit Jahrtausenden praktiziert wird und als höchst entwickelte Form des Puppen- und Figurentheaters gilt. Das Salzburger Marionettentheater widmet sich seit 1913 dieser Kunstform. Um eine möglichst natürliche Bewegung zu erreichen, erfand sein Gründer, Anton Aicher, ein Spielkreuz, das bis heute in Verwendung ist und gelegentlich mit einer Harfe verglichen wird. Beim Spiel greift der Puppenspieler in die daran befestigten Fäden, um die Figur zu bewegen und erzeugt dabei „Töne“, die den Charakter der Figur erschaffen. Jeder Puppenspieler, der in den letzten 100 Jahren an dem Theater angelernt wurde, hat diese Technik erlernt. Neben der künstlerischen Fertigkeiten ist auch die Weitergabe des handwerklichen Könnens notwendig, um die Puppen zu schnitzen, zu bemalen, sie zu kostümieren und zu bewegen. Die Urfigur des Salzburger Marionettentheaters ist der Salzburger Kasperl, der dem Lungauer Sauschneider, einer lustigen Figur aus bäuerlicher Umgebung nachempfunden ist und um 1700 von einem fahrenden Puppenspieler auf die Bühne gebracht wurde. Weltweit ist das Salzburger Marionettentheater das einzige, das sich der Aufführung von Opern widmet.


Sternsingen im Villgratental (Außervillgraten und Innervillgraten)

Antragsteller: MMag. Robert Schmidhofer, Hermann Lanser
Bundesland: Tirol

Jedes Jahr zwischen Weihnachten und dem Fest der Heiligen Drei Könige findet im Villgratental das traditionelle Sternsingen statt. Zwei Tage lang gehen zwei Gruppen in eigens dafür angefertigten Kleidern von Haus zu Haus und singen überlieferte Neujahrslieder.


Traunkirchner Mordsgschicht

Antragsteller: Traunkirchner Mordsgschicht
Bundesland: Oberösterreich

Die älteste Aufzeichnung der Traunkirchner Mordsgschicht stammt aus dem Jahr 1912, wobei diese Tradition laut Zeitzeugen schon länger existieren soll. Es handelt sich dabei um einen musikalischen Vortrag im Stil des Moritatengesanges. Ursprünglich im ganzen Salzkammergut verbreitet, wird dieser Brauch in dieser Form heute nur mehr in Traunkirchen praktiziert. Am Faschingssonntag ziehen die Sänger in Frack und mit Zylinderhut bekleidet von Gasthaus zu Gasthaus und präsentieren heitere Begebenheiten der Dorfgemeinschaft des vergangenen Jahres. Als Gegenleistung werden nur die Bewirtung, Aufwandsentschädigungen oder ein gemeinsames Essen akzeptiert.


Wiener Dudler

Antragsteller: Mag. Agnes Palmisano
Bundesland: Wien

Das Dudeln ist ein wichtiger Bestandteil der Wiener Gesangskultur. Sein Ursprung ist am Beginn des 19. Jahrhunderts zu suchen, als Tiroler Sängerschaften sich auf Tourneen durch die Städte Europas begaben und somit der Stadtbevölkerung den Brauch des Jodelns näher brachten. In Wien entwickelte sich das Dudeln vor allem in den Bezirken Ottakring und Hernals.


Wiener Stimmung und Spielweise der Zither

Antragsteller: Cornelia Mayer, Univ. Ass. Mag. Katharina Pecher-Havers
Bundesland: Oberösterreich, Steiermark, Wien

Die für die Wiener Stimmung charakteristische Form der Besaitung und die zugehörige Spielweise entstanden in der Mitte des 19. Jahrhunderts in Wien und werden erstmals in der Zitherschule von Carl Ignaz Umlauf 1859 beschrieben. Rasch verbreitete sich Wiener Stimmung und Spielweise der Zither und wurde schließlich auch durch zahlreiche Zitherschulen und -vereine zum Masseninstrument der Arbeiterklasse. Das gemeinsame Spiel begünstigte sozialen Zusammenhalt und kulturelle Identität. Mit dem Thema zum Film „Der 3. Mann“ wurde die Wiener Stimmung und Spielweise der Zither weltberühmt. Sie wird heute noch in Wien, Nieder- und Oberösterreich sowie in der Steiermark verwendet.