Verzeichnis des Immateriellen Kulturerbes in Österreich

Freiungsaustragen beim Maxlaun in Niederwölz

Antragsteller: Mag. Alfred Baltzer und Ing. Rudolf Paschek für den Arbeitskreis Volkskultur Murau
Bundesland: Steiermark
Bereich: Gesellschaftliche Praktiken, Rituale und Feste
Aufnahmejahr: 2013

„Die Austragung der Freiung“ stellt den Mittelpunkt des Festzugs beim Maxlaun Markt dar. Dieser dreitägige Markt findet jährlich am zweiten Oktoberwochenende in Niederwölz im Bezirk Murau statt. Der Name leitet sich vom Kirchenpatron Maximilian ab, dessen Fest am 12. Oktober gefeiert wird. Zu seinen Ehren wird ein Festzug veranstaltet, bei dem die Freiung, ein geschnitzter Arm aus schwarzbemaltem Holz mit einem Schwert, festlich geschmückt und in einer traditionellen Route zum Marktgelände gebracht wird. Sie war ein Zeichen für den strafrechtlichen Schutz zur Marktzeit und garantierte freien Handel und Frieden durch Waffenverbot. In der heutigen Praxis sucht der Bürgermeister den „Freiungsträger“ aus, der wiederum den sogenannten „Maxlauner“, den Wegauskehrer, bestimmt. Der Festzug wird unter anderem von der Musikkapelle, der Sängerrunde Niederwölz, der Freiwilligen Feuerwehr sowie der Bergwacht begleitet.

Der Ursprung des Markts geht auf Friedrich III zurück, welcher 1450 der Gemeinde Niederwölz das Privileg erteilte, am Tage des Kirchenpatrons Maximilian einen Jahrmarkt abzuhalten. Nach einem Verbot im 16. Jahrhundert wurde der Markt von König Ferdinand I 1536 wieder eingeführt. Seit damals wird die „Freiung“ ausgetragen - ein geschnitzter Arm aus schwarzbemaltem Holz mit einem Schwert. Sie war ein Zeichen für den strafrechtlichen Schutz zur Marktzeit und garantierte freien Handel und Frieden durch Waffenverbot.
Der Maxlaun Markt gehörte bis zur Mitte des 19. Jahrhunderts zu den größten Jahrmärkten der Steiermark mit Schwerpunkt auf Vieh- und Lederwarenverkauf und war Treffpunkt von HändlerInnen aus der Steiermark, Kärnten, Oberösterreich und Salzburg. Nach dem zweiten Weltkrieg bestimmte das Austragen der Freiung den Markt.

In der heutigen Praxis sucht der Bürgermeister den „Freiungsträger“ aus, der wiederum den sogenannten „Maxlauner“, den Wegauskehrer, bestimmt. In einer feierlichen Prozession wird die Statue des Heiligen Maximilian zum Stinglbauer-Haus getragen, in dem die originale Freiung aus dem Jahr 1656 aufbewahrt wird. Die Freiung wird vom Balkon gehoben und der Festzug mit dem traditionellen Freiungsgruß eingeleitet. Der Freiungsträger bringt die Schwerthand, begleitet von der Musikkapelle, der Sängerrunde Niederwölz, dem Kameradschaftsbund, der Freiwilligen Feuerwehr, der Landjugend und der Bergwacht zum Marktgelände. Sein Weg wird durch den Wegauskehrer freigemacht.


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