Verzeichnis des Immateriellen Kulturerbes in Österreich

Wiener Stimmung und Spielweise der Zither

Antragsteller: Cornelia Mayer, Univ. Ass. Mag. Katharina Pecher-Havers
Bundesland: Oberösterreich, Steiermark, Wien
Bereich: Darstellende Künste
Aufnahmejahr: 2017

Die für die Wiener Stimmung charakteristische Form der Besaitung und die zugehörige Spielweise entstanden in der Mitte des 19. Jahrhunderts in Wien und werden erstmals in der Zitherschule von Carl Ignaz Umlauf 1859 beschrieben. Rasch verbreitete sich Wiener Stimmung und Spielweise der Zither und wurde schließlich auch durch zahlreiche Zitherschulen und -vereine zum Masseninstrument der Arbeiterklasse. Das gemeinsame Spiel begünstigte sozialen Zusammenhalt und kulturelle Identität. Mit dem Thema zum Film „Der 3. Mann“ wurde die Wiener Stimmung und Spielweise der Zither weltberühmt. Sie wird heute noch in Wien, Nieder- und Oberösterreich sowie in der Steiermark gespielt.

Die Wiener Stimmung und Spielweise der Zither wird solistisch, in Ensembles und in Vereinen zumeist im Amateurmusikbereich gespielt und an wenigen Musikschulen unterrichtet. Wissen um Kompositionslehre, Instrumentenbau und Spieltechniken beeinflussen einander und erzeugen den unverwechselbaren Klang. Überalterung und das Ausbleiben von Nachwuchs gefährden jedoch den Erhalt der Wiener Stimmung und Spielweise der Zither. Einige Teilbereiche, wie die Bauweise und Spieltechnik der Streichzither, einer Sonderform der Wiener Stimmung und Spielweise der Zither sind bereits verloren gegangen.


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